Neuigkeiten

Neues aus dem CONMAR-Projekt

CONMAR Jahrestreffen in Berlin

Berlin, 12.12.2022

Zum ersten Mal traf sich das CONMAR-Konsortium nach einjähriger Tätigkeit. Vom 12.-13.12.2022 kamen rund 30 CONMAR-Mitglieder zusammen, um die Ergebnisse und den Projektfortschritt des letzten Jahres zu präsentieren und zu diskutieren. Gastgeber des Treffens war der CONMAR-Partner Global Climate Forum in Berlin. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für ihr Kommen und für den fruchtbaren Austausch.

Forschungsschiff ALKOR sticht (wieder) für Munitionsforschung in See

Kiel Germany, 30.10.2022

Vom 24.-31.10.2022 unternahm ein Team von Technikern, Ingenieuren und Forschern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Meeresforschungsinstituts Senckenberg am Meer eine Fahrt (AL583) in die westliche Ostsee mit dem RV ALKOR. Im Rahmen der Projekte BASTA, CONMAR und ExPloTect haben wir unsere multidisziplinäre Forschung zu marinen UXO- und Sprengstoffdetektionsmethoden erfolgreich fortgesetzt. Zum ersten Mal ist es uns gelungen, dass unser ‘backseat-driver‘-Algorithmus des Girona500 AUV "Luise" ein einzelnes UXO-Objekt allein auf der Grundlage der Erkennung von magnetischen Anomalien vor Ort autonom lokalisieren und untersuchen konnte. Im Rahmen der biochemischen Forschung wurden Dutzende von van Veen-Greifproben innerhalb und außerhalb von Munitionsdeponien gesammelt. CTDs wurden an mehr als 50 Stationen entlang der Küste in verschiedenen Tiefen durchgeführt. Die Analysen werden helfen unter anderem folgende Fragen zu beantworten: Welchen Einfluss haben Munitionsverbindungen auf die Artenvielfalt und Abundanz der benthischen Fauna in der Ostsee? Welche Munitionsbestandteile können wo und in welchen Konzentrationen nachgewiesen werden? Reichern sich die Verbindungen im Sediment an?

Mit dem Forschungsschiff Heincke auf Munitionsspurensuche in der Nordsee

Bremerhaven Germany, 29.09.2022

Nachdem der erste Herbststurm die Abfahrt um zwei Tage verzögert hatte, brach das North Sea Wreck (NSW) Team zusammen mit arte zur letzten Projektausfahrt in die Deutsche Bucht auf. Ziel waren Wracks aus dem 1. Weltkrieg, darunter ein Minenleger U-Boot (UC30) vor Esbjerg und zwei leichte Zerstörer, SMS ‚‘Mainz‘ und die SMS ‘Ariadne‘, die beide westlich von Helgoland versenkt wurden. Auf Schritt und Tritt verfolgt von den arte Kameradrohnen und Mikros konnte das Team an der UC30 Wasser, Sediment und Fische beproben, scheiterte jedoch daran Videoaufnahmen mit dem ROV zu produzieren. Grund: die die Strömung rund um das Wrack war einfach zu stark, um das ROV auf Kurs zu halten. Unter Zeitdruck konnten an ‘Mainz‘ und ‘Ariadne‘ noch Wasserproben genommen werden. Die Fischnetze waren an der Ariadne jedoch komplett leer. Nur ein eine einzige Kliesche konnte das NSW Team für seine Untersuchungen fangen. Aber das ROV bleibt an Bord und die Kolleg:Innen vom ICBM Oldenburg wollen im nächsten Fahrtabschnitt weitere Versuche starten, die Wracks zu filmen. Wir sind gespannt und drücken die Daumen!

Munition im Meer – Sachstand und Perspektiven

Berlin, August 2022

Gemeinsam mit der DAM (Deutsche Allianz für Meeresforschung) haben wir ein deutsches Positionspapier zum Wissensstand und zur möglichen Zukunft von Munition im Meer erstellt. Damit wollen wir Politiker und andere Entscheidungsträger informieren und Einblicke in mögliche Lösungen für das Problem bieten. Lesen Sie es hier:

DAM-Papier-Munition-im-Meer-Sachstand-und-Perspektiven-Stand-August-2022.pdf

„Munition im Meer“ auf der politischen Agenda

Kiel Germany, 11.08.2022

Die beiden Bundestagsabgeordneten Herr Sönke Rix und Herr Mathias Stein haben sich heute am GEOMAR u.a. zur „Problematik Munition im Meer“ und und den Stand der Forschung informiert.

(Von links nach rechts: Prof. Dr. Sylvia Sander (GEOMAR), MdB Sönke Rix, Prof. Dr. Katja Matthes, Direktorin GEOMAR, MdB Mathias Stein, Prof. Dr. Jens Greinert (GEOMAR), Prof. Dr. Klaus Wallmann (GEOMAR))

Daniela Henkel, CONMAR member, GEOMAR

Parliamentary Evening

Berlin, 22 June 2022

Ein wichtiger Aspekt, der beim Thema von Munition im Meer beachtet werden sollte, ist die Kollaboration von naturwissenschaftlichen Instituten, privaten Firmen und anderen Interessensgruppen. Um diese Verbindungen weiter zu stärken und deutsche Parlamentarier zu informieren, lud das Fraunhofer IGD Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Mitglieder von CONMAR und andere Gäste zu einem Informationsabend nach Berlin ein. Claudia Müller (Koordinatorin der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus) eröffnete die Veranstaltung. Es folgten Präsentationen von Experten, die die Notwendigkeit der Ausweitung der Kampfmittelbeseitigung auf See verdeutlichten. Es folgen Vorträge zu Munition im Meer (Dr. Johannes Oelerich, MELUND), über die Kapazitäten der deutschen Marine (Flottillenadmiral Jürgen zur Mühlen), bis hin zu technologische Möglichkeiten und Entwicklungsbedarfe (Jan Koelbel, STASCHEIT Kampfmittelräumung GmbH). Essen und Trinken, mit einer lebhaften Diskussion über das weitere Vorgehen über das Gehörte, rundeten den Abend ab.

Torsten Frey, CONMAR member, GEOMAR

European Maritime Day 2022

Ravenna, Italien, 20. May 2022

Das Problem der Munition im Meer erhält zunehmend Beachtung in ganz Europa. Um der deutschen Forschung der letzen Jahre eine Bühne zu bieten und ein Forum über das Thema zu moderieren, fuhr ich zum European Maritime Day im italienischen Ravenna. Um verschiedene Perspektiven anzubieten, waren von militärischer Seite Catherine Warner (NATO CMRE) und von privat-wirtschaftlicher Seite Dieter Guldin (SeaTerra GmbH) eingeladen. Sowohl die Nord- und Ostsee als auch das Mittelmeer als maritime Gebiete wurden damit inhaltlich abgedeckt. In unserer Seission besprachen wir die Probleme, die mit Munition im Meer einhergehen und gaben einen umfangreichen Ausblick auf mögliche Lösungen.

Torsten Frey, CONMAR Mitglied, GEOMAR

Ahoi CONMAR

Wilhelmshaven 3. Mai 2022

Im Rahmen des CONMAR Projekts hatte ich heute meine erste Ausfahrt mit einem Forschungskutter. Um 8 Uhr ging es nach Coronatest und Sicherheitseinweisung mit der Senckenberg raus aus Wilhelmshaven. Heute fuhren wir bis vor Wangerooge, inklusive starkem Wellengang und leckerem Mittagessen. In diesem Gebiet sollen Recherchen zufolge um die 600.000 Tonnen Munition liegen. Insgesamt fuhren wir zu acht Teststationen und entnahmen Wasser- und Sedimentproben. Diese werden nun anschließend auf sprengstofftypische Verbindungen, Schadstoffe und TNT untersucht. Daraus werden Erkenntnisse über den Einfluss von Munitionsaltlasten auf die Umwelt entstehen, welche dann Managmentstrategien zum Umgang mit dieser Munition informieren werden. Außerdem werden die Proben zum Aufbau einer Datenbank von marinen Bakterienpopulationen für das Schwesterprojekt CREATE genutzt. Die Ausfahrt hat viel Spaß bereitet und war für mich als Sozialwissenschaftler eine hervorragende Einsicht in die Arbeit meiner naturwissenschaftlichen CONMAR- und CREATE- Kollegen.

Alexander Pechmann, CONMAR Mitglied, Global Climate Forum