17.06.2024

Explosivstoffe in Nordsee-Fischen gefunden

Unter Wasser vor deutschen Küsten liegen große Mengen an konventioneller Munition, die dort nach dem zweiten Weltkrieg versenkt wurden. Seither rostet die Munition am Meeresgrund und setzt Schadstoffe frei. Thünen-Forschende untersuchen, ob dort lebende Fische betroffen sind. Im Projekt CONMAR wurden erstmals Fische aus der Nähe küstennaher Munitions-Versenkungsgebiete der Nordsee auf Rückstände des krebserregenden Explosivstoffs Trinitrotoluol (TNT) untersucht: In der Nähe einiger Versenkungsgebiete in der Deutschen Bucht konnte eindeutig die Belastung von Fischen mit den Abbauprodukten von TNT nachgewiesen werden. Die höchsten Signale wurden nahe einem Munitions-Versenkungsgebiet bei der Insel Wangerooge gefunden. Die an denselben Fischen untersuchten Krankheiten, Parasiten und Gesundheitsindikatoren lieferten keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Fischgesundheit durch Munition. Auch wenn die Belastung der Fische derzeit noch moderat ist, plädieren wir dafür, Explosivstoffe in Fischen in das Umwelt-Monitoring aufzunehmen. Diese Ergebnisse wurden in einer neuen Studie publiziert.

Kammann U, Töpker V, Schmidt N, Rödiger M, Aust M-O, Gabel M, Scharsack JP (2024) Explosives leaking from dumped munition contaminate fish from German coastal waters: a reason for chronic effects? Environmental Sciences Europe. 36:116. https://doi.org/10.1186/s12302-024-00942-5

Jörn Scharsack, Thünen Institut